Zwischenwelten
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Am Wochenende durfte ich Teil der Künstlernacht von k-im-fluss sein. Das Thema lautete„Doppelpunkt“.
Ein Doppelpunkt ist irgendwie ein spannendes Zeichen. Er beendet nichts – und trotzdem hält er kurz inne.
Er lädt ein, weiterzulesen. Er sagt: Da kommt noch etwas.
Beim Aufräumen ist mir heute ein Text in die Hände gefallen, den ich vor einiger Zeit geschrieben habe. Als ich ihn noch einmal gelesen habe, hat er mich selbst berührt. Vielleicht, weil ich mich im Moment mehr denn je darin wiederfinde.
„Zwischenwelten“.
Dieses Gefühl, zwischen gestern und morgen zu stehen. Zwischen dem, was vertraut ist, und dem, was erst entstehen will. Zwischen Zweifel und Vertrauen.
Nicht nur im beruflichen Kontext spüre ich diese Zwischenwelten derzeit intensiver als je zuvor. Da ist dieses Hin und Her. Entscheidungen, die Zeit brauchen. Wege, die sich erst nach und nach zeigen. Nicht mehr ganz dort, wo ich einmal war – und gleichzeitig noch nicht dort, wo ich einmal sein werde.
Früher hätte ich diesen Zustand wahrscheinlich als Unsicherheit bezeichnet.
Heute frage ich mich, ob das Dazwischen vielleicht gar kein verlorener Ort ist.
Vielleicht ist es genau der Raum, in dem etwas Neues entstehen darf. Nicht laut. Nicht perfekt. Sondern Schritt für Schritt.
Vielleicht ist es gar kein reiner Text. Vielleicht ist es ein Lied, das darauf wartet, seinen Klang zu finden.
Und wer weiß … vielleicht bekommt „Zwischenwelten“ in den nächsten Tagen eine Melodie.
Vielleicht entdeckt ihr darin ein Stück eurer eigenen Zwischenwelt.
Zwischenwelten
Ich stehe zwischen gestern und morgen,
zwischen leise und laut
zwischen vertrauten,
und dem nicht gebauten.
Ich spür diesen Raum dazwischen
Der mich hält und mich zieht
Weiß noch nicht genau
Wo Schritte hinführt
Zwischenwelten, trag mich sacht
Durch die Zweifel, durch die Nacht
Zwischen Ende und Beginn
Liegt ein neuer leiser Sinn
Zwischen Fragen und Antworten
Zwischen Fall und Gleichgewicht
Zwischen „Ich kann es schaffen“
Und „vielleicht schaff ich´s nicht“
Bleib noch ein Moment hier
Wo alles offen ist
Denn vielleicht liegt genau hier
Das, was Zukunft wirklich ist
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Vielleicht ist das Dazwischen
mehr als ich heut versteh.
Ein leiser Anfang,
der mit mir weitergeht.
Geh ich einen Schritt weiter,
auch wenn ich noch nicht seh.
Tief in mir weiß ich,
ich geh meinen Weg.