Im Doppelpunkt

Ich hab abgeschlossen – zumindest sag ich das so.

Als könnte man ein Lebensabschnitt einfach so beenden wie einen Satz.

Denn Es gibt keinen Punkt, kein klares Ende

Nur ein nachklingen, ein leise zurückschauen

„War das richtig?“

Ich hab keine Antwort, nur dieses Wissen: „Ich kann nicht vor – kann nicht zurück!“

-Stille -

Ich denke, ich fühle, ich lausche

Kein lauter Glaube, kein klarer Gedanke – nur ein vorsichtiges Fragen.

Ist da wer? Ist da Gott?

Ohne Antwort – zumindest keine die ich hören kann.

Und zwischen dem was war und dem was ich loslassen muss

Steht dieses Zeichen

-Doppelpunkt-

Also, hier bin ich jetzt, mitten im Doppelpunkt und weiß nicht weiter

Ich kenne diese Ort – war schon so oft da

Und doch fühlt er sich jedes Mal wieder neu an.

Ich hab Erfahrung und trotzdem keinen Plan.

Ich stehe da, zwischen alt und neu, mit leeren Händen und doch voll

Und wieder die Frage, das tiefe sehnen, das da jemand ist.

Wer ist da? Gott … bist du hier?

Und wieder keine klare Antwort, nur etwas ganz leises, fast wie ein Gedanke, ein Gefühl, etwas lockendes das spricht: „Weiter, geh weiter!“

Nicht erklärend, nicht fordernd, nicht dringend

Eher begleitend, wie mein Atem der bleibt.

Es sagt mir nicht wohin, aber es sagt mir: Du bist noch nicht am Ende.

Langsam beginnt sich etwas zu verändern, nicht die Situation, nicht die Unsicherheit, die Angst, die Zweifel, das Fragen

Aber ICH!

Ich werde stiller, ein bisschen weicher mit mir selbst und ich merke ich muss nicht alles wissen.

Vielleicht ist die Antwort die ich suche nicht Gott oder eine Person, sondern die leise Gegenwart die bleibt.

Hier im Nicht – Wissen, im Stehen, im Gehen, im Dazwischen

Taucht etwas auf, wie aus dem Nebel

Kein fertiger Weg, keine klare Richtung

Eine Ahnung, das da mehr ist.

Und ich gehe unsicher, Schritt für Schritt

Nicht weil ich weiß wie und wohin,

Sondern weil ich irgendwie getragen werden.

Über diese Brücke, aus dem Doppelpunkt heraus.

Und zum ersten Mal seit einer Weile, ist da nicht nur dieses. „Weiter“ sondern auch ein leises Wissen: „Gemeinsam werde ich ankommen, auf meine Weise, zu meiner Zeit, weil da jemand ist!“

Zurück
Zurück

Wasser ist…